FREIE TRAUUNG: 5 Gründe, an denen Ihr erkennt, dass sie das Richtige für Euch ist

Die freie Trauung ist weiterhin im Kommen. 2018 entschieden sich 9 % der deutschen Brautpaare für ein solche Zeremonie, 2019 waren es bereits 10 %, die Tendenz ist also steigend. Und das zu Recht!

Doch obwohl die Terminkalender von freien Trauredner*innen seit Jahren gut gefüllt sind, ist die freie Trauung für die meisten immer noch eine Ersterfahrung, sowohl für die Brautpaare selbst als auch für die Hochzeitsgäste. Viele, gerade Gäste älteren Semesters, sind anfänglich skeptisch und im Nachhinein meist schwer begeistert.

Und deshalb genug der Vorrede. Lasst uns loslegen! An diesen 5 Gründen erkennt Ihr auf jeden Fall, ob eine freie Trauung für Euch perfekt ist:

Ihr seid nicht religiös, wünscht Euch aber eine festliche Zeremonie

Viele Paare, die in der heutigen Zeit heiraten, sind nicht oder nicht mehr eng mit der Kirche verbunden. Andere gehören unterschiedlichen Glaubensrichtungen an, was eine kirchliche Zeremonie ebenfalls erschweren oder unmöglich machen kann. Kurzum: Der häufigste Grund, warum sich Paare für eine freie Trauung entscheiden, lautet:

„Wir sind zwar nicht religiös, aber so eine festliche schöne Zeremonie wünschen wir uns trotzdem. Das Standesamt ist uns da zu wenig und zu bürokratisch!“

Die standesamtliche Zeremonie ist für über 90 % der Paare obligatorisch. Alle, die vor dem Gesetz als Eheleute gelten wollen, müssen diesen Weg gehen. Aber fällt die kirchliche Zeremonie weg, ist für viele der Paare das Standesamt ein ziemlich unromantischer Akt der Bürokratie. 20 rechtlich festgelegte Minuten, in denen viel Gesetzestext und Adressen aller Beteiligten verlesen werden. Nicht unbedingt das perfekte Hochzeits-Szenario. 

Doch genau an diesem Punkt setzt die „Freie Trauung“ an – eine vollkommen auf Euch zugeschnittene, individuelle Zeremonie. Sie bietet alles an Festlichkeit, was den meisten auch an der bekannten kirchlichen Zeremonie gefällt:

  •  den Einzug der Braut zur Musik,
  • einen zeremoniellen Ablauf mit Rede, Trauhandlung und vielleicht dem ein oder anderen schönen Ritual,
  • Live-Musik und natürlich
  • den Ringtausch.

Darüber hinaus bietet die freie Trauzeremonie aber noch einen weiteren großen Pluspunkt: Sie enthält keine Floskeln, Gesetzestexte oder althergebrachte religiöse Vorgaben. Ihr allein steht im Fokus, Eure Geschichte als Brautpaar, Eure Werte, Eure Pläne für die Zukunft.

Es ist eine absolut einzigartige Zeremonie, die mit einem weißen Blatt Papier beginnt und ausschließlich mit Euren Anekdoten, Eurem Humor, Eurer Vorstellung von Romantik und all Euren Facetten gefüllt wird nach dem Motto: Alles kann, nichts muss.

Es darf sehr festlich, romantisch oder aber auch locker und leicht werden. Es können Kinder eingebunden werden oder Eure Trauzeugen. Eure Lieblingsmusik kann gespielt werden. Und vom beliebten Ritual des „Ringwanderns“ oder „Sandgießens“ bis hin zum Überraschungs-Flashmob ist alles erlaubt, was Euch und Euren Gästen gefällt. Heraus kommt also immer eine individuell auf Euch zugeschnittene Zeremonie, bei der sich alle Gäste eingebunden fühlen und hinterher sagen: „Das hat perfekt zu den beiden gepasst.“

Ihr wollt Eure Hochzeit an einem Ort Eurer Wahl feiern

Die Wahl der perfekten Hochzeitslocation ist von Paar zu Paar komplett verschieden. Wie wäre es also mit

  • einer Trauung im Beachclub barfuß im weißen Sand,
  • einer Hochzeitsfeier auf einem Schiff,
  • einem Ja-Wort auf dem Golfplatz,
  • einer rustikalen Scheunenhochzeit auf dem Lande oder
  • einer romantischen Märchenhochzeit im Schloss mit freier Trauung im Schlossgarten?

All das ist bei einer freien Trauung möglich! Euren Ideen sind kaum Grenzen gesetzt. Solange es logistisch möglich ist, kommen freie Trauredner*innen eigentlich überall hin, um mit ihren Brautpaaren ihre Traumhochzeit zu feiern. Viele Locations sind inzwischen ebenfalls auf dieses Szenario eingestellt und bieten tolle Möglichkeiten für die Umsetzung Eurer freien Trauung auf dem Gelände.

Eine Sache solltet Ihr allerdings beachten: Wenn Ihr unter freiem Himmel heiraten möchtet, kann dies bei gutem Wetter wunderschön sein. Plant aber immer einen Plan B ein. Denn sollte das Wetter nicht mitspielen, ist dies Euer Rettungsanker am Großen Tag, an dem ja alles perfekt laufen soll. Doch mittlerweile gibt es bei den meisten Locations immer auch eine adäquate und schöne Variante B, die Ihr nutzen könnt.

Auf jeden Fall könnt Ihr von A-Z Eure Hochzeitsfeier inklusive Trauung, Empfang und anschließender Party an ein und demselben Ort feiern. Das Hin- und Herfahren fällt weg. Ihr habt alle Gäste an einem Ort, könnt zeitlich kompakter planen und die Trauung kann direkt in den Empfang übergehen. Die Energie bleibt somit erhalten und Ihr müsst keine Umwege und Zeitverluste in Kauf nehmen. Ein nicht zu verachtender Vorteil für einen Hochzeitstag, der ohnehin lang ist und, wenn möglich, bis in die Nacht mit guter Laune weitergehen soll.

Ihr seid Individualisten und wollt etwas Besonderes

Bringen Euch Sätze wie „Aber so macht man das doch“ oder „Das ist doch Tradition“ auch so auf die Palme? Damit seid Ihr nicht allein. Denn die Generation, die nun im heiratswilligen Alter ist, gehört zu einer, die mit Traditionen bewusst bricht, die Individualität und Selbstverwirklichung nach vorn stellt.

Also warum nicht auch bei der Hochzeit neue Wege gehen?

Vielleicht schwebt Euch eine Motto-Hochzeit vor. Oder Ihr habt ein „Oberthema“, welches sich durch die gesamte Feierlichkeit ziehen soll. Natürlich können solche Themen wie z.B. Wasser, Natur, Reisen, Musik, Festivalhochzeit etc. auch in der freien Trauung ihren Platz finden, können mit dementsprechenden Ritualen oder kleinen Beiträgen gefeiert werden oder als Aufhänger für die gesamte Traurede dienen. Auch hier ist wieder erlaubt, was gefällt und umsetzbar ist. Es ist das Anliegen der freien Trauung, so gut wie möglich zum Paar zu passen und diesem Rechnung zu tragen.

Einer von Euch oder beide waren schon einmal verheiratet und Ihr wollt kein Déjà-Vu?

Klar gibt es viele Paare, die Ende 20 oder Anfang 30 sind und das erste Mal heiraten. Aber natürlich gibt es auch die Paare, bei denen einer oder beide eventuell schon einmal verheiratet waren, die bereits an einem anderen Punkt im Leben angekommen sind. Vielleicht sind auch Kinder aus vorherigen Beziehungen da. All das sind mögliche Szenarien und es wäre einerseits schade, wenn aus solchen Gründen eine festliche Zeremonie verwehrt würde, wie es z.B. in der katholischen Kirche üblich ist.

Und andererseits möchten viele Paare bewusst bei einer zweiten Heirat nicht noch einmal alles so machen wie beim ersten Mal aus Sorge, dass sie viele ungewollte Déjà-Vu-Momente erleben.

Wenn Kinder im Spiel sind, hört man oft folgenden Wunsch: „Wir wollen gern, dass in der Zeremonie auch darauf eingegangen wird, dass wir mit den Kindern zusammen eine neue Familie gründen, sie sollen eine Rolle spielen.“

Gerade das könnt Ihr mit einer freien Trauung toll realisieren und in Szene setzen. Den Schwerpunkt oder den Tenor der Trauung bestimmt ja Ihr als Brautpaar. Es ist also möglich, Kinder durch Rituale oder in der Trauhandlung mit einzubeziehen oder in der Rede den Fokus auf die neue Familienkonstellation zu lenken. All das ist in einer standesamtlichen oder einer kirchlichen Zeremonie in diesem Ausmaß nicht möglich.

Und Dank des individuellen Settings und des Gestaltungsspielraums könnt Ihr die freie Trauung auf eine Art und Weise zelebrieren, bei der bestimmt kein Flashback auftritt oder das Gefühl aufkommt, als würdet Ihr einfach alles zum zweiten Mal wiederholen.

Ihr wollt keine standesamtliche Trauung, sondern eine Zeremonie fürs Herz

Dies ist sicher kein Regelfall. Über 90 % der Paare entscheiden sich wie bereits beschrieben aus vielerlei Gründen für eine standesamtliche Trauung und erst in zweiter Instanz für eine zusätzliche festliche – aber nicht rechtlich ausschlaggebende – Zeremonie.

Und dennoch: In jeder Hochzeitssaison gibt es immer auch einige Paare, die sich aus rein emotionalen Gründen für eine Hochzeitsfeier entscheiden und sich ausschließlich frei trauen lassen. Meistens legen diese Paare keinen Wert auf den rechtlichen Schritt beim Standesamt und wollen sich dies „ersparen“.

Wer sagt denn auch, dass man nicht auch ausschließlich mit einer Zeremonie fürs Herz heiraten, sich das „Ja-Wort“ aus rein emotionalen Gründen geben darf, um sich danach eben innerlich für immer verbunden zu fühlen?

Wer sagt oder bestimmt, dass dieser Weg für manche Paare nicht der bessere bzw. richtige Schritt wäre?

Niemand kann das bestimmen oder festlegen! Und deswegen ist eine freie Trauung zudem genau für solche Paare da, um ihnen eine unvergessliche Zeremonie zu bescheren, nach der sie sich „verheiratet“ fühlen und ihren Weg als Ehepaar gehen, zwar nicht auf dem Papier, aber dafür im Herzen verbunden.

Fazit

Eine freie Trauung ist komplett individuell und richtet sich ausschließlich nach Euren Wünschen als Brautpaar. Solltet Ihr Euch also in einem oder mehreren meiner eben beschriebenen 5 Gründe wiedergefunden haben, dann ist diese Art der Hochzeitszeremonie bestimmt eine tolle Möglichkeit für Euch, über die es sich lohnt, nachzudenken.

Birte Gabel
über die Autorin
Birte Gabel von TraumTöne ist freie Traurednerin, Hochzeitssängerin und Pianistin und gestaltet von ihrer Wahlheimat Hamburg aus freie Trauungen in ganz Norddeutschland. Dabei ist ihre Spezialität die freie Trauung MIT Musik, die sie als Rednerin und Musikerin im Gesamtkonzept gestaltet. Ihre Erfahrungen, Tipps und Ratschläge von zahlreichen Hochzeiten teilt sie gern mit den Brautpaaren in ihrem eigenen Blog oder als Gastbloggerin.

https://traumtoene.de

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